Sterbekasse des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau

 

Die Feuerwehren, so ist es allseits bekannt, sind für jeden, der in Not geraten ist, immer und sofort zur Stelle. Dies gilt nicht nur für die vielfältigen Einsätze, bei denen es oft um die Rettung von Leben, Gesundheit oder Habe von anderen Menschen geht. Diese Maxime gilt auch für das Miteinander in der Feuerwehr. Nur mit einer guten Kameradschaft lassen sich die oftmals schwierigen und kräftezehrenden Aufgaben einer Feuerwehr bewältigen. Eine besondere Form dieser Kameradschaft ist die in zahlreichen Kreisfeuerwehrverbänden bestehende Sterbekasse. Zweck dieser Kassen ist die Linderung der wirtschaftlichen Not, welche oftmals der Tod des Ernährers mit sich bringt. Mit dieser Aufgabenstellung hat sich die Sterbekasse des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau zwischenzeitlich neben den aktiven Feuerwehren, den Alters- und Jugendabteilungen zu einem festen Bestandteil der hiesigen Feuerwehrschaft entwickelt.

Nachdem 1946 der Kreisfeuerwehrverband Rheingau wiedergegründet wurde und im Jahr 1947 die erste Satzung in Kraft trat, erfolgte 1948 die Wiederbelebung der schon vor dem Kriege bestehenden Sterbekasse. Anstelle eines Mitgliedsbeitrages wurde bei Sterbefallen von jedem Mitglied eine Umlage von 0,10 DM erhoben. Das zur Auszahlung kommende Sterbegeld betrug 100,- DM. Da in der damals wirtschaftlich schweren Zeit vielen Mitgliedern die Aufbringung der Umlage große Probleme bereitete, konnte oftmals den Hinterbliebenen das Sterbegeld erst nach längerer Zeit ausgezahlt werden. Dies führte zur Gefahrdung des Sinnes der Sterbekasse und brachte auch Verärgerungen mit sich. Dies gipfelte darin, daß bereits in den fünfziger Jahren einige Feuerwehren der Sterbekasse den Rücken kehrten.

Um künftig eine bessere und geregeltere Auszahlung der Sterbegelder zur erreichen, wurde 1958 eine Satzung der Sterbekasse verabschiedet. Es wurde erstmals ein monatlicher Beitrag von 0,25 DM pro Mitglied erhoben. Das Sterbegeld betrug weiterhin 100,- DM. Durch Satzungsänderungen konnte der Auszahlungsbetrag 1960 auf 150,- DM und 1970 auf 200,- DM erhöht werden. Ebenfalls 1970 wurde der Mitgliedsbeitrag auf den heute noch gültigen Satz von 0,50 DM je Monat festgelegt. Als 1982 aufgrund gesetzlicher Bestimmungen die Neufassung der Satzung erforderlich wurde, konnte auch das Sterbegeld auf 250,- DM aufgestockt werden. 1991 erfolgte die bis dato letzte Erhöhung auf 300,- DM.

Durch die satzungsgemäße Regelung der Beitragszahlungen ab 1959 hat sich der Kassenbestand sehr positiv entwickelt.

Die gute Kassenlage hat ergeben, daß sich die Sterbekasse in den letzten beiden Jahren selbst getragen hat. Die Sterbegelder konnten aus den Zinseinnahmen gezahlt werden. Auch wäre nach der guten Kassenlage die Auszahlung eines höheren Sterbegeldes als 300,DM möglich, doch als kleiner Versicherungsverein unterliegt die Sterbekasse der Staatsaufsicht. Diese läßt aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen derzeit jedoch eine Erhöhung des Auszahlungsbetrages nicht zu.

Das Amt des Vorsitzenden der Sterbekasse wurde bisher immer vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes wahrgenommen.