Geschichte des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau

 

Auch im Rheingau bestanden in früherer Zeit, wie überall in Deutschland, Brandschutzordnungen, um dem Feuer zu wehren. Diese stellten obrigkeitliche Anordnungen dar, die als Bürgerpflicht zwingend waren. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand jedoch der Gedanke, nicht durch obrigkeitlichen Zwang, sondern aus Idealismus und Freiwilligkeit Feuerwehren zu gründen, um dem "Nächsten in der Not zu helfen".

In den Städten Rüdesheim, Geisenheim, Eltville und Lorch wurden die ersten Feuerwehren gegründet, denen in den folgenden Jahrzehnten der größte Teil der Gemeinden im Rheingau folgten. Um die Erfahrungen und Belange der Feuerwehren zu koordinieren, bildete man 2 Bezirke: den "Oberen Rheingau - Bezirk I" und den "Unteren Rheingau - Bezirk II". Geleitet wurden die Bezirke durch einen Kreisbrandmeister.

Um den Ausbildungsstand zu fördern, vereinigte man im Jahre 1933 beide Bezirke zu einem "Kreisfeuerwehrverband Rheingau", dem aber durch die von den Nazis verordnete Auflösung von Vereinen und Verbänden kein langes Leben beschert wurde. Diesem ersten Verband stand ein von allen Wehren gewählter Kreisbrandinspektor vor, der wiederum dem Landrat unterstand.

Nach den bis dahin handbetätigten Feuerspritzen erfolgte in dieser Zeit die Motorisierung der Pumpen und Fahrzeuge auf breiter Ebene und somit die Technisierung der Feuerwehren. Durch den Bau der neuen Feuerwehrschule in Kassel erfolgte nun eine vorbildliche Ausbildung der Feuerwehrmänner bis zum Brandmeister.

Nach dem Kriege, der die Feuerwehren in ihrem Bestand sehr stark in Mitleidenschaft gezogen hatte, trafen sich am 15. Juni 1946 in Rüdesheim am Rhein im Gasthaus Rheingold die Vertreter der Wehren aus Assmannshausen, Aulhausen, Eibingen, Eltville, Erbach, Geisenheim, Hattenheim, Johannisberg, Kiedrich, Lorch, Mittelheim, Niederwalluf, Oberwalluf, Oestrich, Presberg, Rauenthal, Rüdesheim und Winkel um den Kreisfeuerwehrverband Rheingau neu zu gründen

Bei den gleichzeitig vorgenommenen Wahlen zum Kreisvorstand erhielten folgende Kameraden das Vertrauen und bildeten den ersten Vorstand:

    Heinrich Bott     Eltville     Vorsitzender
    Josef Ewald     Geisenheim     stellv. Vorsitzender
    Heinrich Offenstein     Eltville     Schriftführer
    Jakob Fechtig     Oberwalluf     Kassierer
    Fritz Wittmann     Rüdesheim     Beisitzer
    Peter Gietz     Winkel     Beisitzer



Damit der Kreisfeuerwehrverband nun seine Tätigkeit aufnehmen konnte, war noch die Genehmigung der damaligen Militärregierung notwendig.

Bereits in der ersten nachfolgenden ordentlichen Versammlung wurde mit dem Wiederaufbau eines funktionierenden Feuerwehrwesens auf Kreisebene begonnen. Den Vertretern der Wehren wurden Anordnungen des Inspekteurs für das Feuerlöschwesen bekanntgegeben. Der Bedarf an Gerät (Motorspritzen) und persönlicher Ausrüstung war anzumelden. Benzin wurde zugeteilt: 50 ltr pro Spritze und 40 ltr pro Fahrzeug. Äußerste Sparsamkeit war geboten. Benzinbestandsbücher waren anzulegen und monatlich zu prüfen.

Bei der Versammlung am 07.12.1946 wurde der Beitrag an den Kreisfeuerwehrverband auf 1.- Reichsmark pro Mitglied und Jahr festgelegt.Die Hälfte davon sollte wiederum als Beitrag an den Nassauischen Feuerwehrverband abgeführt werden. Die Beiträge waren von den Städten und Gemeinden entsprechend ihrer Einwohnerzahl zu erbringen.

Die Kreisverbandstagung am 19.4.1947 in Rüdesheim verabschiedete einstimmig die neue Verbandssatzung. Um im Kreisgebiet eine einheitliche Regelung für Aufwandsentschädigungen an Kommandanten und Gerätewarte zu haben, wurde eine Empfehlung an die Kommunen erarbeitet.

In der Verbandstagung am 06.06.1948 in Eibingen wurde die Sterbekasse wiedergegründet. Sie war am 29.10.1933 in Niederwalluf schon einmal aus der Taufe gehoben worden. Zum Kassierer wurde Kamerad Fechtig, Oberwalluf, gewählt. Weiter Mitglieder des Sterbekassenvorstandes waren die Kameraden Kind aus Lorch, Görner aus Erbach und Derstroff aus Winkel.

Zur Frühjahrsverbandstagung am 29.4.1951 in Assmannshausen war die Wahlzeit des bisherigen Kreisvorstandes abgelaufen. In dieser Versammlung wurde eine Trennung der Sterbekasse und der Verbandskasse sowie eine Erweiterung des Vorstands auf sieben Personen beschlossen. Der "neue" Vorstand hatte folgende Mitglieder:

    Heinrich Bott     Eltville     Vorsitzender
    Josef Ewald     Geisenheim     stellv. Vorsitzender
    Heinrich Offenstein     Eltville     Schriftführer
    Jakob Fechtig     Oberwalluf     Kassierer Kreisvorstand
    Josef Görner     Erbach     Kassierer Sterbekasse
    Peter Gietz     Winkel     Beisitzer
    Fritz Wittmann     Rüdesheim     Beisitzer



Zur Unterstützung für den Kassierer der Sterbekasse wurde eine Kommission, bestehend aus den Kameraden Jos. Müller, Niederwalluf, Wilhelm Kempenich, Geisenheim, und Chr. Schlaadt, Erbach, gebildet.

Am 26.5.1956 wurden die Kameraden Heinrich Bott, Jakob Fechtig und Peter Gietz zum dritten Mal in den Kreisvorstand gewählt.

Die Satzung der Sterbekasse mußte 1958 geändert werden, was in der Herbstverbandstagung am 29. November geschah.

Im Kloster Eberbach wurde unter der Einsatzleitung von Kreisbrandinspektor Bott am 7. 8. 1965 eine Großübung durchgeführt. Es nahmen die Feuerwehren aus Eltville, Erbach, Hallgarten, Hattenheim, Kiedrich, Mittelheim und Oestrich teil. Es galt festzustellen, inwieweit die Löschwasserreserven für einen Großbrand ausreichen.

10.11.1965: Zur besseren Koordinierung der Ausbildung wurden den Alarmzonen Kreisausbilder zugeordnet.

Alarmzone I: Lorchhausen, Lorch, Assmannshausen, Rüdesheim, Aulhausen, Presberg, Ransel, Wollmerschied und Espenschied

Ausbilder: Brandmeister A. Seichter, Rüdesheim.

Alarmzone II: Geisenheim, Winkel, Mittelheim, Johannisberg, Stephanshausen

Ausbilder: Ortsbrandmeister E. Seitelmann, Mittelheim.

Alarmzone III: Oestrich, Hattenheim mit Kloster Eberbach und Hallgarten.

Ausbilder: Brandmeister P. Schäfer, Fa. Koepp & Co., Oestrich.

Alarmzone IV: Erbach, Eltville, Kiedrich, Niederwalluf, Oberwalluf, Martinsthal und Rauenthal.

Ausbilder: Ortsbrandmeister R. Maurer, Oberwalluf.

14.12.1966: Kreisbrandinspektor und Kreisverbandsvorsitzender, Kamerad Heinrich Bott, ist verstorben.

14.1.1967: Beginn des 1. Grundlehrganges im Rheingaukreis in Kiedrich.

154.1967: Wilhelm Kempenich wird beim Frühjahrsverbandstag in Eltville zum neuen Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt.

22.4.1967: Katastrophenübung in Presberg. Teilgenommen haben 9 Wehren. Neben der Brandbekämpfung in den drei Brandabschnitten des Ortes Presberg war die Aufgabe gestellt, aus dem Grolochbach das Löschwasser bis nach Presberg zu fördern.

Die Förderstrecke betrug 1.320 mtr bei einem Höhenunterschied von 198 m. Einschließlich der Brandstellenspritze waren 7 Kreiselpumpen eingesetzt.

4.6.1969: Der langjährige Kassierer des Kreisverbandes, Kamerad Jakob Fechtig, ist verstorben.

19.12.1969: Im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion erhalten die Feuerwehren Stephanshausen und Wollmerschied jeweils ein TSF.

10.1.1970: Neuer Kassierer des Kreisfeuerwehrverbandes ist der Kamerad Herbert Hammann, Eltville.

Im Rahmen einer Ortsbrandmeisterdienstversammlung am 12.12.1970 in Erbach gab KBI Kempenich die "Ausbauplanung des Funkverkehrs im Rheingau" bekannt. Dies sollte in drei Ausbaustufen erfolgen.

Stufe I: Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich und Eltville.

Stufe II: Lorch, Assmannshausen, Winkel, Mittelheim, Hattenheim, Erbach und Niederwalluf.

Stufe III: Alle restlichen Orte des Rheingaukreises.

Bei der Frühjahrsverbandstagung am 22.4.1972 in Ransel berichtete KBI Kempenich. daß inzwischen alle Rheingauer Feuerwehren mit Funkgeräten ausgerüstet wurden.

Beim Frühjahrsverbandstag 1971 wurde auf Grund der verstärkten Gründung von Jugendfeuerwehren im Rheingau Günter Steibing aus Lorch zum ersten Kreisjugendwart ernannt.

Die Freiwillige Feuerwehr Geisenheim konnte vom 27.bis 29. Mai 1972 ihr 100jähriges Bestehen zusammen mit dem 100jährigen Bestehen des Nassauischen Feuerwehrverbandes feiern.

Vom 22.-25.September 1972 wurde in Eltville der 4. Hessische Feuerwehrtag verbunden mit dem 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Eltville gefeiert.

Der 21.10.1972 war für den Brandschutz im Rheingau ein wichtiges Datum. An diesem Tag wurde die Stützpunktfeuerwache Rüdesheim in Betrieb genommen. Im Stützpunkt Rüdesheim wurde auch die Leitstelle für den Rheingaukreis installiert.

Aus Mitteln des Katastrophenschutzes erhielt der Kreisfeuerwehrverband Rheingau im Jahre 1973 insgesamt 10 Zelte, 2 Boote und 15 Schmutzwasserpumpen. Die Boote wurden bei den Feuerwehren Rüdesheim und Eltville stationiert. Die Zelte wurden schwerpunktmäßig in Lorch, Rüdesheim, Geisenheim und Eltville gelagert.

Die Brandschutzwoche 1974 wurde genutzt, um eine große überörtliche Übung auf dem Gelände des Klosters Eberbach durchzuführen. Am 16. Oktober waren dazu die Feuerwehren aus Eltville, Erbach, Hattenheim, Kiedrich und Rüdesheim sowie MHD und DRK eingesetzt.

Die dritte Stufe der Funkausrüstung für die Feuerwehren im Rheingau wurde 1975 mit der Indienststellung der Funkalarmempfänger komplettiert.

Zur Brandschutzwoche 1975 führten die Feuerwehren des mittleren Rheingaus am 11. Oktober auf dem Gelände der Firma Fritz Werner, Geisenheim, eine Großübung durch. Beteiligt waren die Freiwilligen Feuerwehren Eibingen, Geisenheim, Hallgarten, Johannisberg, Mittelheim, Oestrich, Rüdesheim, Stephanshausen, Winkel, die Werksfeuerwehren Fritz Werner und Asbach, das THW, DRK, ASB und der Sozialdienst des DRK.

Am 16.12.1976 wurde der 1. Bauabschnitt der Stützpunktfeuerwache Eltville in Dienst gestellt. Die endgültige Fertigstellung erfolgte im April 1978.

Die Jahre 1976 bis 1978 waren im Hinblick auf die Verwaltungs- und Gebietsreform geprägt von Verhandlungen zwischen den beiden Kreisfeuerwehrverbänden Rheingau und Untertaunus mit dem Ziel eines Zusammenschlusses. Nach vielen Verhandlungen war man schließlich zu der Überzeugung gelangt, daß die auf öffentlicher Ebene gesetzlich vorgeschriebene Verschmelzung der beiden Kreise Rheingau und Untertaunus nicht ihre Fortsetzung bei der Verbandstätigkeit haben muß. Obwohl bei der Frühjahrsdienstversammlung am 18.3.1978 in Oberjosbach der Landrat die Weichen beim Brandschutzaufsichtsdienst dahingehend stellte, daß der Großkreis nur noch über einen gemeinsamen Kreisbrandinspektor verfügte, blieb es auf Verbandsebene bis heute bei der Regelung, daß es im Rheingau-Taunus-Kreis zwei unabhängige Kreisfeuerwehrverbände, den KFV Rheingau und den KFV Untertaunus, gibt.

Der 3.4.1982 markierte wiederum ein besonderes Datum in der Geschichte des Kreisfeuerwehrverbandes. Der Frühjahrsverbandstag in Geisenheim wählte den Kameraden Klaus Blum zu seinem neuen Vorsitzenden. Sein Vorgänger, Kamerad Kempenich, hatte aus Altersgründen nach 15jähriger Amtszeit nicht mehr kandidiert. Wilhelm Kempenich hatte noch während seiner Zeit als Verbandsvorsitzender die Bildung einer Seniorenkameradschaft innerhalb des Verbandes angeregt und vorangetrieben. Die Seniorenkameradschaft ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung innerhalb unseres Verbandes geworden. Die älteren Feuerwehrkameraden treffen sich regelmäßig und pflegen so auch weiterhin im Verbandsgebiet die kameradschaftlichen Verbindungen.

Auf Initiative des neuen Vorsitzenden Klaus Blum wurde am 6.5.1984 erstmals eine Sternwallfahrt der Rheingauer Feuerwehren zum Kloster Marienthal durchgeführt. Auch der "Florianstag" ist inzwischen eine regelmäßige Veranstaltung mit Tradition.

Das Jahr 1987 brachte für die Feuerwehren des Rheingaues im Bereich Funk eine einschneidende Änderung. Die bisher im Stützpunkt Rüdesheim untergebrachte Leitstelle für den Rheingau wurde geschlossen. Für den gesamten Rheingau-Taunus-Kreis gibt es seither nur noch die zentrale Leitstelle in der Kreisstadt Bad Schwalbach. Die Bemühungen des Kreisverbandes Rheingau um Erhalt der "eigenen" Leitstelle waren leider nicht erfolgreich.

Seit dem 28.3.1990 stellte der Kreisfeuerwehrverband Rheingau im Rheingau-Taunus-Kreis auch den Kreisbrandinspektor. Nach dem politischen Zusammenschluß der beiden Kreise Rheingau und Untertaunus im Jahre 1977 war dies bisher der Kamerad Hans Albrecht Oehmke aus Idstein-Oberauroff im Kreisteil Untertaunus. Kamerad Oehmke hatte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen müssen. Zu seinem Nachfolger ernannte der Landkreis seinen bisherigen Stellvertreter, den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Rheingau, Klaus Blum.

Zum eigentlichen Betätigungsfeld der Feuerwehren, nämlich dem Schutz der Bürger, gäbe es eine Liste von mehreren Tausend Einsätzen aus den letzten 50 Jahren aufzuführen. Dies würde selbstverständlich den Umfang einer solchen Chronik sprengen. Stellvertretend für alle diese Einsätze im Dienst am Nächsten sollen an dieser Stelle einige Ereignisse in Erinnerung gerufen werden:

14.6.1966: Unwetterkatastrophe, die in den Gemeinden Rüdesheim, Assmannshausen, Johannisberg, Erbach und Hattenheim schwere Schäden verursachte. Der Schwerpunkt lag in Rüdesheim.

17.7.1969: Erneuter Katastropheneinsatz in Rüdesheim nach schweren Unwettern.

24.2.-1.3.1970: Hochwassereinsätze an der gesamten Rheinfront im Kreisgebiet. Fast alle Wehren aus dem Kreis waren im Einsatz. Insgesamt wurden 495 Feuerwehrmänner eingesetzt. Diese leisteten 15936 Einsatzstunden.

8.9.1971: Chemie-Einsatz am Bahnhof Oestrich-Winkel.

16.12.1987: Brandeinsatz am Gutshof Weißenthurm. Zur Wasserversorgung an der Einsatzstelle werden wasserführende Fahrzeuge aus dem gesamten Verbandsgebiet herangezogen.

1988: Gasexplosion mit mehreren Gebäudebränden in Niederwalluf. Ein junges Mädchen kam dabei ums Leben, und eine große Anzahl Menschen wurde verletzt. Der Ortsteil Niederwalluf mußte über mehrere Stunden evakuiert werden.

März 1988: Hochwassereinsätze wiederum entlang der gesamten Rheinfront. Die Pegelstände waren erheblich höher als 1970. Die Einsatzleitung wurde auf dem Stützpunkt Eltville unter Klaus Blum eingerichtet. Der Kreisfeuerwehrverband Rheingau erstellte im Anschluß an die Hochwasser-Katastrophe eine Chronik über das Jahrhunderthochwasser 1988 im Rheingau.

09.05.1990: Unwetterkatastrophe im oberen Rheingau mit Schwerpunkt in Erbach. Dort kamen in Wohnhäusern 2 Menschen ums Leben. Die Aufräumungsarbeiten dauerten ca. 14 Tage.

Januar 1995: Erneut waren die Feuerwehren der Rheinanliegergemeinden über viele Tage im Hochwassereinsatz. Der höchste Pegelstand erreichte nicht ganz die Dimension wie 1970.

Einen Tag nach Weihnachten, am 27.12.2006, brennt der Supermarkt in der Oestricher Rheingaustr. komplett ab. Der Schaden wird auf über 1 Million Euro geschätzt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Am 03.02. 2009 gegen 09:15/h kam es in Eltville zu einem Lagerhallenbrand, der dutzende Feuerwehren bis in die Abendstunden beschäftigte. Eine rund 1600 m² große Halle brannte lichterloh und die Wasserversorgung drohte zusammenzubrechen. Da hauptsächlich Kunststoffe verbrannten, entwickelte sich eine giftige Rauchwolke, die über 200 Meter in den Himmel ragte.

Seit dem 27.03.2010 wird der KFV Rheingau von Hans-Peter Korn aus Eltville am Rhein geführt. An seiner Seite steht Peter Graf aus Oestrich. Beide sind schon seit Jahrzehnten als Kreisausbilder Funk für den Rheingau-Taunus-Kreis tätig. Im selben Jahr überschattete der viel zu frühe Tod des Kreisjugendfeuerwehrwartes Alexander "Schnecki" Fleschner. Alexander Fleschner war seit 2004 im Vorstand der KJF Rheingau und übernahm am 26.03.2010 das Amt an der Spitze. Er verstarb am 16.12.2010 im Alter von 39 Jahren.

Der 26. Florianstag aller Rheingauer Feuerwehren fand am 07.05.2011 mit Ökumenischen Gottesdienst in der Basilika im Kloster Eberbach statt. Im Anschluss wurde das neue LF 10/6 der FF Erbach gesegnet und seiner Bestimmung übergeben.

Am Montag, den 13.02.2012 kurz nach 5:30/h wurde die FFW Lorch am Rhein zu einem Brandmeldereinlauf nach Ransel alarmiert. Auf der vermutlich vereisten Fahrbahn kam das Einsatzfahrzeug, ein LF 10/10 KatS von der Straße ab und bleib auf dem Dach liegen. 3 Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt. Am Fahrzeug entstand Totalschaden. Der Einsatz stellte sich später als Fehlalarm heraus.

Am 04.07.2012 kam es gegen 17:00/h zu einem Brand in der Vitos-Klink Eichberg. Das Feuer griff schnell auf die angrenzenden Zimmer über. 7 Patienten und 2 Pflegekräfte mussten mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert werden. Ein Feuerwehrmann kollabierte während des Löschangriffs und konnte erfolgreich reanimiert werden. Dabei wurde der Vorsitzender des KFV Rheingau Korn ebenfalls leicht verletzt. Er konnte aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Insgesamt waren 117 Feuerwehrleute eingesetzt.

Am 13.08.2012 beginnt der bislang größte, längste und teuerste Einsatz seit bestehen des Rheingau-Taunus-Kreises. Bei der Oestricher Schaumstofffirma Koepp havariert ein Tank mit Toluoldiisocyanat (TDI). Bei dem über 4 Wochen dauernden Großeinsatz waren zeitweise über 800 Einsatzkräfte der unterschiedlichsten Hilfsorganisationen gleichzeitig vor Ort. 23 Personen, darunter 7 Feuerwehrkräfte kamen mit dem hochgiftigen TDI in Berührung und mussten in ärztliche Behandlung. Selbst 5 Monate nach dem Einsatz wurden bei 3 Einsatzkräften das TDI noch im Blut nachgewiesen. Die reinen Einsatzkosten (ohne den Schaden und Produktionsausfall bei der Firma) belaufen sich auf über 2 Millionen Euro.

Am 2. Weihnachtsfeiertag, den 26.12. 2012 brannte der Getränkemarkt in der Rüdesheimer Europastr. komplett ab. Mit den Drehleitern aus Rüdesheim, Geisenheim und Oestrich gelang es den mehr als 100 Einsatzkräften ein Übergreifen auf den benachbarten Supermarkt zu verhindern. Aufgrund der zwar den Vorschriften entsprechenden Dachkonstruktion mit Nagelplattenbinder stürtze das Dach sehr schnell ein. Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren, am 27.12.2006 brannte ein Supermarkt der selben Handelkette in Oestrich und löste ebenfalls einen Großeinsatz aus.

Nach der Jahreshauptversammlung am 07.02.2013 der Feuerwehren von Oestrich-Winkel mit Neuwahlen des StBI und dessen Stellvertreter mussten die Oestrich-Winkeler Wehren zu einem Gebäudevollbrand ausrücken. Am Anfang wurden noch Personen im Gebäude vermutet. Der Bewohner samt Haustier konnten aber unverletzt gerettet werden. Wegen der engen Bebauung und Sackgasse war die Wasserversorgung gefährdet. Eine Versorgung vom Rheinwurde aufgebaut, dazu musste die Bundesstrasse B42 von der Polizei voll gesperrt werden.

Am späten Rosenmontagabend und Tag des internationalen Notrufes, dem 11.02.2013 kam es zu einem Feuer in der psychiatrischen Klinik Vitos in Eltville (Eichberg). Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und Wiesbaden war im Einsatz. Der Rauch breitete sich in einem Gebäude aus, sodass alle Patienten evakuiert wurden. Das Feuer konnte die Feuerwehr schnell löschen. 13 Betroffene wurden vom Rettungsdienst untersucht. Niemand musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Eine als Werkstatt genutzte Wellblech-Hütte brannte in der Nacht zum Sonntag, den 17.03.2013 in Geisenheim ab. Mit fünf C-Rohren und dem Wenderohr der Drehleiter konnte die Feuerwehr die Flammen schnell eindämmen.
Zahlreiche Atemschutzgeräteträger mussten für die Nachlöscharbeiten eingesetzt werden. Verletzt wurde
niemand.

Am 12.04.2013 gegen 09:30/h klagten Dutzende Schüler über gereizte Atemwege. Daraufih starteten Rettungskräfte einen Großeinsatz und über 800 Schüler aus einem Elrviller Gymnasium wurden evakuiert. 67 Schüllerinnen und Schüler mussten ärztlich behandelt werden, davon 11 vorsorglich im Krankenhaus. Die Ursache ist nicht geklärt, erste Messungen der Feuerwehr blieben ohne Ergebnis.

„Das ist gerade noch einmal gut gegangen, der Schaden hält sich in Grenzen“, zeigte sich Bürgermeister Winfried Steinmacher sichtlich erleichtert über den schnellen Einsatz der Feuerwehrleute aus Kiedrich und Eltville am vergangenen Dienstag, den 08.05.2013. Diese waren nach der gegen 16:20/Uhr eingegangenen Meldung „Brand im Dachstuhl des Hauses in der Marktstraße 23 (ehemaliges Fassbinderhaus) ausgerückt und hatten bereits nach wenigen Minuten den Ort des Geschehens erreicht. Dass die Feuerwehren so schnell ihren Einsatz aufnehmen konnten, war vor allem aufmerksamen Chorbuben zu verdanken, die Rauch über dem genannten Haus wahrgenommen und sofort Chorregent Timo Ziesche informiert hatten. Der hatte daraufhin Bedienstete der Verwaltung aufgesucht, die sofort die Feuerwehr anriefen.

Am 15.05.2013 verstarb unser Ehrenmitglied Klaus-Herbert Hammann. Er war von 1970 bis 1996 für die Kassengeschäfte des KFV Rheingau zuständig. Danach war er bis zuletzt in der Seniorenkameradschaft des KFV Rheingau tätig.

Juni / Juli 2013: Wir haben mal wieder Hochwasser im Rheingau. Die B42a (wird als Hochwasserumleitung genutzt) ist seit Jahren in Hattenheim gesperrt und derzeit auch zwischen Geisenheim und Winkel. Der Rhein fließt, der Verkehr nicht. Aber es kommt immer schlimmer als man denkt: Drei Jugendliche waren im Eltviller Stadtteil Hattenheim in den Rhein gestiegen. Ein Augenzeuge alarmierte die Polizei, die gemeinsam mit den Feuerwehren, Rettungsdiensten und der DLRG eine großangelegte Suchaktion einleitete. Ein Hubschrauber entdeckte die drei "offensichtlich desorientierten" Jugendlichen schließlich etwa 200 Meter von der Einstiegsstelle entfernt in dem Fluss. Alle drei konnten aus dem 13 Grad kalten Wasser gerettet werden. Mit Unterkühlung und Schock kamen sie in ein Krankenhaus. In Oestrich-Winkel unterschätzten zwei Fahrzeuglenker die Fähigkeiten ihrer Fahrzeuge. Beide Kfz mussten mit Hilfe der Feuerwehr bzw. THW aus den Fluten gezogen werden. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Am 18.07.2013, gegen 16:15/h ist bei einem Dachstuhlbrand in Oberwalluf ein erheblicher Sachschaden entstanden, der nach einer ersten Begutachtung auf etwa 300.000 Euro geschätzt wird. Verletzt wurde durch das Feuer glücklicherweise niemand. Bei dem Haus handelt es sich um ein zweigeschossiges Reihenhaus mit einem neu aufgesetzten Dachstuhl. Ursächlich für den Brand könnten vorausgegangene Arbeiten an dem neu aufgesetzten Dachstuhl gewesen sein.

Ein Pkw stürzte am Samstag, den 10.08.2013 beinahe auf die Bahngleise zwischen Lorch und Assmannshausen. Das Auto war einen Weinberg herunter gerollt, durchbrach eine Mauer und blieb darauf stecken. Zwei Züge auf der
Strecke konnten gerade noch rechtzeitig bremsen. Die zunächst erwogene Evakuierung eines Personenzuges war glücklicherweise doch nicht nötig.

Am 11.10.2013 ist unser ehemaliges Vorstandsmitglied Hermann Rabenecker. Er hatte ab 1988 für 10 Jahre das Amt des Beisitzers inne und wechselte dann in die Alters- und Ehrenabteilung des KFV Rheingau. Kamerad Rabenecker war auch mehrere Jahre stellv. Wehrführer, Wehrführer, Vereinsvorsitzender und Stadtbrandinspektor der Stadt Lorch am Rhein.

Der 30.01.2014 wird vielen Eltviller Kameradinnen und Kameraden lange in Erinnerung bleiben. Eine 79-jährige Frau wurde von einem Laster erfasst und überrollt. Sie erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Solche schrecklichen Bilder "brennen" sich in das Gedächtnis der Einsatzkräfte.

Ein Einfamilienhaus brannte am Donnerstag, den 07.02.2014 in Oestrich-Winkel komplett aus. Ein Flammenübergriff auf das Nachbarhaus konnte die Feuerwehr verhindern. Zeitweise musste eine Wasserversorgung vom Rhein aus an die Einsatzstelle gelegt werden. Die umfangreichen Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Großalarm in den frühen Morgenstunden am 13.02.2014 in Oestrich-Winkel. Mehrere Notrufe über ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus gingen bei der Leitstelle ein. Die Bewohner wurden durch die Warnung der zum Glück vorhandenen Rauchwarnmelder auf das Feuer aufmerksam. Durch das frühe Bemerken des Feuers und der dadurch resultierenden frühen Alarmierung der Feuerwehr konnte schlimmeres verhindert werden. Der Slogan Rauchmelder - Lebensretter bewahrheitete sich wieder einmal.

Am 10.03.2014, gegen 04:15/h beschäftigte ein Großbrand alle Eltviller Feuerwehren. Drei Busse standen in Vollbrand, ein vierter wurde stark beschädigt. Durch die Flammen geriet außerdem ein Dachstuhl in Brand. Zwei Personen erlitten leichte Verletzungen.

Vom 03.04. bis 05.04.2014 fand die 60. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen im Rheingau statt. Die Organisation lag in den Händen des KFV Rheingau. Nach den Tagungen des Brandschutzaufsichtsdienstes des Landes Hessen und des Landesfeuerwehrausschusses war am letzten Tag die Delegiertenversammlung mit Neuwahl des Vorsitzenden und seiner beiden Vertreter der gelungene Abschluss dieser Verbandsversammlung.

Am 26.04.214 fand die Verbendsversammlung mit Neuwahlen des Vorstands in Eltville am Rhein statt. Gewählt wurden:

Hans-Peter Korn, Feuerwehr Eltville am Rhein, als Vorsitzender
Peter Graf, Feuerwehr Oestrich, als stellv. Vorsitzender
Günter Graf, Feuerwehr Oestrich, als Kassierer
Stefan Link, Feuerwehr Geisenheim, als Schriftführer
Christian Krechel, Feuerwehr Erbach / Rheingau, als Pressewart
Christina Simon, Feuerwehr Oberwalluf, als Beisitzerin
Andreas Schmidt, Feuerwehr Rüdesheim am Rhein, als Beisitzer
Thorsten Hopp, Feuerwehr Kiedrich, als Beisitzer
Alexander Bauschke, Werkfeuerwehr Fa. Monier, als Vertreter der Werkfeuerwehren

und unsere längjähriger Schriftführer Andreas Gräf wurde einstimmig von der Verbandsversammlung als Ehrenmitglied ernannt.

Am 11.05.2014 verstarb Helmut Bister. Er war mehrere Jahre Kreisbrandmeister, Wehrführer, Vereinsvorsitzender und Ehrenstadtbrandinspektor von der Feuerwehr Eltville.

Großalarm am 17.05.2014 gegen 18:00/h in Oestrich. Bestätigtes Feuer in der Seniorenresidenz für betreutes Wohnen "Haus am Weinberg". Durch den Brand einer Microwelle erlitt die Bewohnerin leichte Brandverletzungen. 3 Personen des Pflegepersonals erlitten ebenfalls eine Rauchgasintoxniation. Alle wurden vorsorglich in Wiesbadener Kliniken gebracht. Die 4 Stadtteilfeuerwehren von Oestrich-Winkel konnten den Brand schnell löschen.