Freiwillige Feuerwehr Rauenthal

 

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Feuerläufer und Pflichtfeuerwehr

Brandschutz in Rauenthal vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Das Feuer, der Sage nach von Prometheus den Göttern gestohlen, war schon immer Freund und Feind der Menschen. Es wärmte seine Hütten und Häuser, diente der Zubereitung von Speisen und auch die Industrialisierung wäre ohne diese Element nicht denkbar gewesen. Aber, das Feuer konnte auch den Mensch und seine Werke binnen kurzer Frist zerstören. War in früher Zeit ein Brand durch Unachtsamkeit oder Kriegslust entstanden, fielen diesem oft ganze Dörfer und sogar Städte zum Opfer.

Auch Rauenthal blieb vor einer Feuersbrunst nicht verschont. So wurde unser Ort im Jahre 1558 fast völlig durch einen Brand zerstört. Auch die Pfarrkirche wurde ein Raub der Flammen. Von Brandschutz war zu dieser Zeit in Rauenthal noch lange keine Rede. Erste Hinweis auf Feuerschutzmaßnahmen in unserem Heimatort finden sich in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1660. Mit dieser Urkunde überlässt die Gemeinde Rauenthal dem Bürger Matthes Heyl das "gemeine wirtshau&", an dem sich "das leien oder wetterdächlein längst der gemeinen gaß zum schutz, schirm und unterhaltung der feuerhaken, leitern und sonsten zur feuersnoth gehörigen instrument" befand.

Wie wenig tauglich diese Geräte letztlich jedoch waren, kann aus dem "Hau&-Protokoll" des späteren Rauenthaler Schultheißen Hofmann entnommen werden. Darin berichtet dieser: "Den 16ten Juny anno 1684 abendts um 10 uhren ist in unserer nachbarschaft leydter gottes ein erbärmlicher brandt entstanden, dadurch mir all meine Gebäude, pferdt und ackers geschirr, 6 küh, 5 schwein, ein lamb, 12 Hühner, ohnegefehr 20 Malter Habern und ettliche Malter Kornß, Gott erbarms, alles verbrennen und nix errettet, alß was nuhr haußrath gewesen."

Sicher auch im Hinblick auf dieses Ereignis mussten ab dem Jahre 1687 die Einwohner Rauenthals bei der Erwerbung der Bürgerrechte eineinhalb Gulden zur Schaffung eines Feuereimers an die Gemeindekasse entrichten.

Dem Brandschutz in unserer Heimatgemeinde hatte sich, wie überall im Rheingau die Zunft der Schröter verschrieben. Die Aufgabe der Schröter bestand eigentlich darin, die Weinfässer aus den Kellern zu holen und dann mit den Schröterwagen an den Bestimmungsort zu bringen. Im Rheingau war man offensichtlich der Meinung, daß die Leute, welche mit dem kostbarsten Gut unserer Heimat, nämlich dem Wein, umzugehen versteht, der könne auch mit dem lebenserhaltenden Löschwasser bestens agieren. In der Tat waren die Rheingauer in Puncto Brandschutz bei den Schrötern nicht schlecht aufgehoben.

Auch schon in damaliger Zeit machte das Löschen durstig. So befindet sich in den Kassenbelegen der Gemeinde Rauenthal unter dem 20. Dezember 1770 folgende Eintragung: "Bey dem Brant beym Wammes für branden wein vor die leuth wo die spritzen gefahren haben und vor die wächter ist 1 Gulden 16 Kreuzer zahlt worden". Da Brände oftmals nicht mit den örtlichen Kräften bekämpft werden konnten, gab es in allen Orten so genannte Feuerläufer. Aufgabe dieser Männer war es, bei Feuersnot Hilfskräfte aus den Nachbargemeinden herbeizurufen und, sofern in einem anderen Ort ein Feuer ausgebrochen war, dort zur Hilfe zu eilen. Schnelligkeit und Ausdauer waren hier besonders gefragte Eigenschaften, gab es doch weder Telefon noch Reitpferde oder gar motorisierte Fortbewegungsmittel. In den Rauenthaler Analen befindet sich auf die Tätigkeit der Feuerläufer noch folgender Hinweis: "Für einen Gang zur Feuersbrunst, so durch das Gewitter zu Kiedrich entstanden und für einen Gang nach dem Johansberg, wo es im Backhaus gebrant, für jeden Gang wie allzeit 1 gulden in Summa 2 gulden empfangen, bescheine Rauenthaler Feuerläufer Wilhelm Lang für mich und meine Kameraden". Wie lange mag es wohl gedauert haben, bis die Nachricht von dem Brand in Johannisberg in Rauenthal ankam und wie lange werden wohl die Feuerläufer nach dorthin unterwegs gewesen sein? Leider gibt es hierüber keine Aufzeichnungen.

Im Jahre 1850 gründeten die Gemeinden Rauenthal und Martinsthal eine Spritzengemeinschaft. Gemeinsam wurde eine Handdruckspritze beschafft, die abwechselnd einen Monat in Rauenthal und einen Monat in Martinsthal stationiert war. Bedingt durch die ungünstige Lage Rauenthals auf einer Anhöhe über Martinsthal musste jedoch bald festgestellt werden, dass die Pumpe im Bedarfsfalle zwar schnell von Rauenthal nach Martinsthal hinab verbracht werden konnte, bei einem Brand in einem Monat, in welchem das Gerät jedoch in Martinsthal stationiert war, verging jedoch unverhältnismäßig viel Zeit für das Verbringen der Spritze in die höher gelegene Gemeinde Rauenthal. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wurde die Spritzengemeinschaft 1887 wieder aufgelöst und von der Gemeinde Rauenthal eine eigene Handdruckspritze beschafft. Gleichzeitig erfolgte die Ausrufung der Pflichtfeuerwehr, waren doch zur Bedienung der Spritze 8 Männer notwendig, die wegen der starken körperlichen Belastung beim Pumpen bereits nach wenigen Minuten wieder ausgetauscht werden mussten.

Als erstes Feuerwehrgerätehaus und, wie in vielen Ortschaften üblich, zugleich auch als Gewahrsamsraum, diente der Teil des Rauenthaler Rathauses, in welchem sich nach einem Umbau zuletzt das Amtszimmer des Bürgermeisters und das kleine Sitzungszimmer befanden.

Die neu gegründet Pflichtfeuerwehr stand bis 1904 unter der Leitung von Brandmeister Jakob Wagner III. Nach seinem Tod übernahm Jakob Wagner VI diese Aufgabe. 1910 wechselt das Amt des Kommandanten der Pflichtfeuerwehr zu Johann Baptist Wagner. Nach dessen ausscheiden nach dem ersten Weltkrieg übernahm Melchior Sturm die Funktion des Ortsbrandmeisters. Seine Nachfolge trat dann Jakob Sturm an. Dieser stand bereits als Turnwart des Rauenthaler Turnvereines im öffentlichen Leben. Von ihm kamen dann auch die ersten Gedanken zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. Sicher nicht zuletzt aufgrund der Beleibtheit dieses Mannes folgten ihm zahlreiche Turnkameraden und andere Rauenthaler auf dem Weg zur freiwilligen Übernahme des Brandschutzes in Rauenthal.

Alle Anfang ist schwer

Von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rauenthal bis zum 2. Weltkrieg

Nachdem die Idee zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rauenthal geboren war, ging man auch gleich an die Umsetzung. So wurde am 16.05.1930 durch die "Ortsschelle" zu einer Versammlung 10 Tage später im Rheingauer Hof eingeladen. Die Leitung dieser Versammlung lag in den Händen vor Bürgermeister Becker. Der Einladung folgten 21 Rauenthaler Bürger, welche dann auch die Freiwillige Feuerwehr Rauenthal gründeten und an diesem Tage Jakob Sturm zum Ortsbrandmeister und Vinzens Josef Wagner zu dessen Stellvertreter wählten.

Wegen des starken Interesses an der Freiwilligen Feuerwehr fand dann am 31.05.1930 eine erneute Versammlung statt. Bei dieser Gelegenheit traten nochmals 11 Mitglieder der neuen Wehr bei. Außerdem konnte der Vorstand komplettiert werden. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf monatlich 20 Pfennig festgesetzt.

Weiterhin wurde beschlossen, dass bis zur Ausbildung der Hornisten die Ankündigung der Übungen durch die Ortsschelle erfolgen solle. Sobald jedoch die Hornisten ausgebildet waren, übernahmen sie diese Aufgabe. Da der überwiegende Teil der Rauenthaler Feuerwehrmänner in den Weinbergen am Rauenthaler Berg arbeiteten, mussten die Hornisten im Alarmfalle auch dort das Signal blasen. Bedenkt man die dabei zurückzulegenden Wege, sicher keine leichte Aufgabe.

Bald schon nach der Gründung sollte die Freiwillige Feuerwehr Rauenthal im wahrsten Sinne des Wortes ihre Feuertaufe erhalten. Am 30.06.1930 wurde die Wehr, noch ohne Uniformen und nur mit den alten Geräten der Pflichtfeuerwehr ausgerüstet, zum Brand des Hauses Neugasse 116 gerufen. Zwar konnte das Gebäude nicht gehalten werden, doch konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Dieser Brand zeigte jedoch sehr deutlich, dass allein mit gutem Willen und wackerem Tun ein Feuer nicht wirksam bekämpft werden kann. So entschloss sich die Gemeinde Rauenthal der Feuerwehr zum Kauf der nötigsten Ausrüstungsgegenstände einen Betrag von 200 Mark zur Verfügung zu stellen. Die Nassauische Brandversicherung steuerte für den gleichen Zweck einen Betrag von 350 Mark und die Staatsdomäne eine Summe von 150 Mark bei. Die Allianz-Versicherung förderte die Wehr mit 75 Mark und die Leipziger-Versicherung und die Gothaer-Versicherung erbrachten jeweils einen Betrag von 30 Mark. Als wesentlichste Anschaffung im Gründungsjahr ist der Kauf einer fahrbaren 10 Meter Leiter zu bewerten. Die Uniformen wurden von den einzelnen Mitgliedern selbst bezahlt. Ohne die Einräumung einer Ratenzahlungsmöglichkeit wäre dies vielen Aktiven in Anbetracht der Weltwirtschaftskrise sicher nicht möglich gewesen.

Natürlich war die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ein wichtiges Ereignis im Rauenthaler Ortsgeschehen und wurde daher auch entsprechend gefeiert. So fand am 12. Oktober 1930 ein Gründungsfest in der Rauenthaler Winzerhalle statt. Diese Feier, zu welcher der Kreisfeuerwehrverband eingeladen hatte, wurde von den Rauenthaler Ortsvereinen mitgestaltet.

Nach Lieferung der fahrbaren Leiter im Dezember 1930 konnte dann die 31 Mann starke Wehr im Januar des folgenden Jahres in eine Spritzenabteilung und eine Steigerabteilung gegliedert werden.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 liefen bald die ersten Maßnahmen zur Kriegsvorbereitung an. Hierzu gehörte auch der Aufbau eines wirkungsvollen Luftschutzes. So wurden die Städte und Gemeinden im damaligen Deutschen Reich zum Bau von Löschwasserbehältern und zur Ausstattung der Feuerwehren mit Motorspritzen verpflichtet. So kam es auch, dass die Gemeinde Rauenthal im Jahre 1936 zwischen dem Rathaus und dem Anwesen Häuser die heute noch bestehende Löschwasserzisterne mit 90 Kubikmetern Inhalt errichten lies. Im Jahre 1937 folgte dann der Kauf der ersten Tragkraftspritze für unsere Wehr.

Es handelte sich dabei um eine Flader TS 4/8 auf einem offenen Tragkraftspritzenanhänger. Endlich war unsere Wehr in der Lage, auch über längere Zeit einen gleichmäßigen Löschwasserstrahl zur Brandbekämpfung einzusetzen. Die Lieferung dieser Motorspritze, welche erst 1976 - also nach 39 Dienstjahren endgültig ausgemustert wurde - brachte im Rauenthaler Feuerwehrwesen einige Umbrüche mit sich. So konnte die Pflichtfeuerwehr, welche nur noch die Pump-Mannschaft für die Handdruckspritze stellte aufgelöst werden, gleichwohl blieb dieses Gerät, traute man damals doch der Technik noch nicht sehr weit, als Reservepumpe erhalten.

Gleichzeitig erfolgt, da die Unterbringungsmöglichkeit im alten Spritzenhaus im Rathaus für die Unterbringung der gesamten Feuerwehrgerätschaften nunmehr zu eng geworden war, der Umzug der Feuerwehr in das ehemalige Kimmel-sche Kelterhaus in der Hauptstraße, welches die Gemeinde zwischenzeitlich erworben hatte. Nach einem Umbau des Gebäudes fand dort nicht nur die Feuerwehr ihr neues Domizil, auch der Kindergarten hielt dort Einzug. Übrigens dient dieses Gebäude auch noch heute, nach Weggang des Kindergartens und einigen Umbauten, unserer Wehr immer noch als Gerätehaus, wenn auch mit einigen Außenstellen, doch davon gilt es später zu berichten.

Sicher hat man sich auch in der Rauenthaler Feuerwehr über die moderne Ausstattung und die neue Unterkunft gefreut. Doch musste diese Freude bald einer harten Ernüchterung weichen. Wie überall wurde aus der noch so jungen und enthusiastischen Freiwilligen Feuerwehr schon bald die Feuerlöschpolizei. Gewählte Führungskräfte wurden durch Parteigänger der NSDAP ersetzt. Doch diese dunklen Wolken sollten erst die Vorboten dessen sein, was Deutschland bald erwartete.

Hakenkrez und Ami-Stern

Die Freiwillige Feuerwehr Rauenthal im 2. Weltkrieg und im Wiederaufbau

Der Ausbruch der 2. Weltkrieges traft unsere Feuerwehr über die Maßen hart. Die überwiegend jungen Feuerwehrmänner mussten sehr bald zum Militärdienst einrücken. dies hatte zur folge, dass kaum noch Feuerwehrmänner zur Sicherstellung des Brandschutzes in Rauenthal verblieben waren. Um diesen Mangel zu beheben, wurde 1942 eine HJ-Feuerwehr aus 14 bis 17 jährigen Jugendlichen gebildet. Dieser "Jugendfeuerwehr" oblag nicht nur der Brandschutz in unsrer Heimatgemeinde. Auch bei den tagelangen Einsätzen nach den schweren Bombenangriffen auf Frankfurt am Main 1943/44 mussten sich diese Jungs bewähren. Nachdem der Moloch Krieg immer mehr Opfer gefordert hatte, mussten bald auch die Mitglieder der HJ-Feuerwehr den feldgrauen Rock tragen. Der Brandschutz in Rauenthal wurde nun in die zarten Hände von 17 bis 20 jährigen Mädchen gelegt. Auch den Mitgliedern der Damenfeuerwehr blieb der Schrecken des Krieges nicht lange verborgen. Im März 1945, also wenige Tage bevor der Rheingau von den amerikanischen Truppen besetzt wurde, schossen alliierte Tiefflieger das als SS-Kampfschule dienende Kloster Tiefenthal in Brand. Bei den anschließenden tagelangen Lösch- und Bergungsarbeiten wurden die Feuerwehrmädchen nicht nur von dem Brand selbst, nein, auch von explodierender Munition und immer neuen Tieffliegerwellen gefährdet. Die Bergung der zahlreichen Toten, überwiegend junge Soldaten, kaum älter als die Mädchen von der Feuerwehr, war eine besondere psychische Belastung für die Mädels. Hatten doch viele mit den Burschen von der Militärschule Freundschaft geschlossen. Die hohe Zahl der Toten läßt sich darauf zurückführen, daß die überwiegende Zahl der Fenster in den alten Kloster massiv vergittert war und hierdurch den Soldaten jede Möglichkeit dem verheerenden Brand zu entfliehen genommen war. Ein großer Teil der Ausrüstung unserer Wehr, insbesondere des Schlauchmateriales, wurde bei diesem Einsatz ebenfalls zerstört, und an Ersatz war nicht zu denken.

Nachdem die US-Army Ende März 1945 den Rhein überschritten hatte und Koblenz besetzt wurde, musste die Rauenthaler Bevölkerung in Höhe der Firma EFEN Panzersperren errichten. Da man jedoch wusste, dass die alliierten Streitkräfte mit diesen einfachen Sperren einerseits nicht aufzuhalten sein würden, andererseits aber auch bekannt war, dass die Amerikaner in vielen Ortschaften die Motor betriebenen Feuerwehrpumpen beschlagnahmten, wurde unmittelbar vor dem Einmarsch der US-Truppen in Rauenthal am 29.03.1945 kurzerhand die Feuerwehrpumpe im Kokslager der Pfarrkirche versteckt. Das wenige noch vorhandene Benzin wurde im Heizungsraum der Kirche verborgen. Wie wichtig und richtig dies war zeigte sich bald nach dem Einmarsch der Amerikaner. Kurz nach deren Eintreffen erkundigten sich diese nämlich bei dem Bürgermeister nach der Motorspritze der örtlichen Feuerwehr. Doch dieser erklärte den Besatzungstruppen dann offensichtlich sehr glaubhaft, dass die abrückende Wehrmacht dieses Gerät mitgenommen habe. Durch diese Notlüge blieb der Rauenthaler Feuerwehr die Motorspritze erhalten, während in vielen anderen Orten diese Geräte auf Nimmerwiedersehen verschwunden waren. Als sich nach einigen Monaten die Lage wieder etwas normalisiert hatte und das Interesse der Amerikaner an den Feuerwehrpumpen nachgelassen hatte, wurde die Motorspritze wieder aus ihrem Versteck geholt. Doch das wenige Benzin, welches über den Krieg gerettet werden konnte, war bald aufgebraucht und neuer Kraftstoff faktisch nicht zu erhalten. Hier konnte ein in Rauenthal lebender Holländer helfen. Er war nicht nur bei den "Amis" beschäftigt, sondern er bekam als Nichtdeutsche auch noch Benzingutscheine. Und mit dem "Ami-Sprit" des Holländers lief dann die deutsche Motorspritze noch einige Zeit.

Mit Rückkehr der Männer aus dem Krieg und der Gefangenschaft übernahmen diese auch wieder den Brandschutz. Der frühere stellvertretende Ortsbrandmeister Vinzens Wagner, der dieses Amt seit der Gründung der Wehr inne hatte, übernahm, nachdem Ortsbrandmeister Willi Oppermann zum Kriegsdienst einberufen wurde, die Führung der Rauenthaler Feuerwehr und führte diese bis nach dem Krieg. Am 6. Januar 1946 fand dann die erste Nachkriegsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rauenthal statt. Es meldeten sich 20 neue Mitglieder, fast durchweg Mitglieder der ehemaligen Feuerwehr-HJ. Bei einer weiteren Versammlung am 7. Juli 1946 wurde ein neues Kommando gewählt: Franz Schäfer wurde Ortsbrandmeister und Fritz Hammann dessen Vertreter. Gleichzeitig wurde der Gründer unserer Feuerwehr und ehemalige Ortsbrandmeister Jakob Sturm zu Ehrenkommandanten ernannt. Zur Verbesserung des Brandschutzes kaufte die Rauenthaler Feuerwehr am 15.08.1946 eine Motorspritze TS 8/8 samt Anhänger aus Beständen der ehemaligen Wehrmacht.

Als die Pumpe beim Händler in Seitzenhahn mit einem LKW abgeholt werden sollte, wurden die Feuerwehrmänner von amerikanischen Soldaten festgenommen. Obgleich die Militärregierung den Feuerwehren wieder das Tragen von Uniformen gestattet hatte, vermuteten die GI’s statt der Feuerwehrleute Soldaten einer Untergrundarmee angetroffen zu haben. Erst nach stundenlangen Verhören konnte die Feuerwehrmänner die Fahrt wieder fortsetzen.

Der Sommer 1947 brachte ein derartige Trockenheit mit sich, dass es in Rauenthal zum Wassernotstand kam. Um die größte Not zu lindern versorgt die Feuerwehr mit der im Vorjahr beschafften TS 8/8 dann unseren Ort vom Trinkwasserbehälter des Klosters Tiefenthal, der, bedingt durch seine doppelt günstige Lage sowohl weder von den Tieffliegern zerstört wurde noch bei der starken Dürre austrocknete.

Nachdem Ortsbrandmeister Franz Schäfer nach Martinsthal verzogen war, wurde am 17.09.1947 an seine Stelle Alex Fehlinger gewählt. 1948 schied der stv. Ortsbrandmeister Fritz Hamann auf eigenen Wunsch aus seinem Amt aus. Sein Nachfolger wurde Philipp Werner. Nachdem Alex Fehlinger bereits 1949 vom Amt des Ortsbrandmeisters zurückgetreten war, wählte die Mannschaft den bisherigen Ehrenkommandanten Jakob Sturm erneut zum Ortsbrandmeister. Er führte dann 12 Jahre lang unsere Wehr. Diese Kontinuität war ein wichtiger Meilenstein in der schwierigen Zeit des Wiederaufbaues des Gemeinwesens und auch der Feuerwehr. Eine der ersten wesentlichen Maßnahmen, welche dann unter der erneuten Führung von Jakob Sturm durchgeführt wurden, war der Aufbau eines Schlauchtrockenturmes auf dem Feuerwehrgerätehaus im Jahre 1952. Gleichzeitig wurde dort auch eine Sirene installiert. So konnte nicht nur das Schlauchmaterial ordnungsgemäß getrocknet werden, auch die Alarmierungsmöglichkeiten wurden hier verbessert.

Motorkraft und Funkgerät

Die stete Aufwärtsentwicklung der Feuerwehr

Ein wichtiger Meilenstein in der Aufwärtsentwicklung unserer Wehr war das 25jährige Bestehen. Dies wurde naturgemäß im Jahr 1955 gefeiert. Zu diesem Zweck wurde der Dreschplatz mühevoll für das Aufbauen eines Festzeltes hergerichtet. Neben den Rauenthaler Ortsvereinen und zahlreichen Nachbarfeuerwehren nahm die hiesige Bevölkerung regen Anteil an diesem großen Fest, an welchem sich unsere Feuerwehr erstmals nach dem großen Krieg wieder repräsentativ in der Öffentlichkeit darstellen konnte. Besonderer Höhepunkt dieses Festes war der große Umzug durch die feierlich geschmückten Straßen unserer Heimatgemeinde. Sicher als späte Folge dieser gelungenen Demonstration der organisierten Hilfsbereitschaft ist der enorme Erfolg der im Jahre 1959 stattgefundenen Mitgliederwerbeaktion anzusehen. Der damalige Bürgermeister Klein und der Ortsbrandmeister Sturm konnten für die Sache der Feuerwehr über 100 neue zahlende Mitglieder begeistern, so das sich die Mitgliederzahl mit einem Schlag mehr als verdoppelte. Ein schöner Erfolg!

So gestärkt konnte sich die Freiwillige Feuerwehr Rauenthal einen lange gehegten Wunsch erfüllen: Pünktlich zum 30jährigen Jubiläum im Jahre 1960 konnte die Vereinsfahne angeschafft und geweiht werden. Diese, heute noch viel bestaunte Fahne, ist in den Farben Gold und Silber auf rotem Samt gestickt und zeigt auf der einen Seite den heiligen Florian mit der Rauenthaler Pfarrkirche und der Inschrift "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr", auf der anderen Seite auf blauem Samt das Rauenthaler Wappen mit dem Namen unserer Wehr. Auch dieses Fest wurde wieder auf dem Dreschplatz gefeiert, und alle kamen wieder: die Ortsvereine, die Nachbarwehren und natürlich auch die Rauenthaler. Auf der Jahreshauptversammlung 1961 schied der damalige Ortsbrandmeister Jakob Sturm nach dreißigjähriger aktiver Tätigkeit aus Altersgründen aus und legte die Führung der Wehr in jüngere Hände. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Philipp Werner gewählt. Dessen Nachfolge trat Eberhard Blees an. Bereits ein Jahr später sollte Hans Schäfer Eberhard Blees im Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters folgen. Nach so vielen Veränderungen im Vereinsgeschehen gab es dann im Jahre 1962 noch ein wichtige Errungenschaft im Bereich der Brandschutztechnik. In diesem Jahr erhielt unsere Wehr ihr erstes motorisiertes Einsatzfahrzeug. Es handelte sich um ein von der Fa. Ziegler ausgebautes Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf einem Ford Fahrgestell FK 1250 Transit. Mit diesem Fahrzeug konnte nunmehr eine Staffel sowie die feuerwehrtechnische Beladung für eine Löschgruppe nebst Tragkraftspritze TS 8/8 rasch zur Einsatzstelle gebracht werden. Bei der mit dem Fahrzeug gelieferten Tragkraftspritze handelte es sich übrigens um die erste dieser Art bei unserer Feuerwehr mit einem 4-Takt-Verbrennungsmotor. Zur Finanzierung dieses Fahrzeuges führte die Rauenthaler Feuerwehr ein Haussammlung durch, die den für die damaligen Verhältnisse sehr beachtlichen Betrag von 6.693,-- DM erbrachte. Die Restkosten trug die Gemeindekasse. Um den gestiegenen Entfernungen in unserer immer rascher wachsenden Gemeinde Rechnung zu tragen beschaffte der Feuerwehrverein bereits ein Jahr später dann einen Schlauchanhänger der Fa. Barth.

Mit diesem Gerät konnetn 260 Meter B-Schlauch während der Fahrt verlegt werden. Ferner waren 2 Haspeln mit C-Schläuchen sowie wasserführende Armaturen auf diesem Anhänger verlastet. 1966 wurden der neue Wasserhochbehälter und die vollkommen erneuerte und stärker dimensionierte Wasserleitung in Betrieb genommen. Hierdurch wurde auch der Brandschutz erheblich verbessert und das alte Problem der Löschwasserversorgung in Rauenthal endlich gelöst. Nachdem der damalige Rheingaukreis vom Land Hessen als Musterkreis für die flächendeckende Einführung des BOS-Funknetzes ausgewählt wurde, erhielt unser Wehr im Jahre 1972 die ersten Funkgeräte und Funkalarmempfänger. Somit war es nun möglich, bei größeren Einsätzen über die neue Rettungsleitstelle in Rüdesheim binnen kürzester Zeit zusätzliche Hilfe von den Nachbarwehren zu erhalten.

Nach langen Planungs- und Umbauarbeiten wurde dann 1974 das Feuerwehrgerätehaus in seiner heutigen Form fertig gestellt. Neben einer vergrößerten Fahrzeughalle verfügt unser Gerätehaus seit dieser Zeit über einen Unterrichtsraum. Damit ging ein alter Wunsch unserer Wehr in Erfüllung. Die Möblierung dieses Raumes, in dem auch Versammlungen und interne Feiern stattfinden können, erfolgte durch die Vereinskasse. Im Jahre 1975 wurde Robert Werner Nachfolger des auf eigenen Wunsch aus dem Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters ausgeschiedenen Hans Schäfer. Ein Jahr später wurde unsere Feuerwehr im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion mit einem Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Mercedes-Benz Fahrgestell LF 409 G und einem feuerwehrtechnischen Aufbau der Fa. Bachert ausgestattet. Gleichzeitig mit diesem Fahrzeug erhielten wir dann auch die ersten Atemschutzgeräte. Endlich konnte unsere Wehr ohne den gefährlichen Atemgiften ausgesetzt zu sein, einen wirkungsvollen Innenangriff vorzutragen. Da dieses neue Fahrzeug nicht nur über eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8, sondern auch noch über eine zusätzlich im Heck eingeschobene Tragkraftspritze TS 8/8 verfügte, konnte endlich die letzte 2-Takt-Motor-Spritze aus den Vorkriegsjahren ausgesondert werden.

Mit Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Rauenthal in die Stadt Eltville zum 01.01.1977 gab es auch Veränderungen in der Feuerwehr. Der Ortsbrandmeister der damaligen Gemeinde wurde zum Wehrführer und leitete die Wehr nicht mehr voll eigenverantwortlich, sondern untersteht seit dieser Zeit dem Stadtbrandbrandinspektor der Stadt Eltville, welcher von den Angehörigen der mittlerweile 5 Eltviller Feuerwehren gewählt wird. Aber auch die Wege wurden weiter, und dies nicht nur im wörtlichen Sinn. War es bis dahin oftmals auf dem kurzen Dienstweg möglich dringend notwendige Geräte zu erhalten, müssen nunmehr lange und zermürbende Verwaltungswege in Kauf genommen werden. Es ist mehr als bedauerlich, dass ein sehr großer Teil der von den ehrenamtlich Tätigen Feuerwehrleuten aufgewendeten Energie in diesem immer undurchdringlicher werdenden Dickicht von zuweilen scheinbar künstlich aufgebauten bürokratischen Hindernissen aufgezehrt wird. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn die hauptberuflichen und gut bezahlten Kräfte in der Eltviller Verwaltung endlich mit den Feuerwehren arbeiten würden, und diese nicht nur, so scheint zumindest der Eindruck, als notwendiges Anhängsel betrachten würden.

Im Frühjahr 1978 löste Wolfgang Ringel den seitherigen 2. Kommandanten unserer Wehr, Robert Werner, ab. Im gleichen Jahr wurde die Jugendfeuerwehr Rauenthal gegründet um den personellen Bestand unserer Feuerwehr auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu sichern. Über die sehr erfolgreiche Arbeit unserer Jugendgruppe wird an anderer Stelle ausführlich berichtet.

1980 wurde dann in Rauenthal wieder groß gefeiert. Das 50jährige Jubiläum wurde in einem Festzelt auf dem hinteren Schulhof unter reger Anteilnahme der Bevölkerung begangen. Besonders High-Light der Festtage war wieder der Festzug der Rauenthaler Ortsvereine und der befreundeten Feuerwehren aus nah und fern durch die geschmückten Straßen und Gassen unserer Heimatgemeinde. Selbst der damalige hessische Ministerpräsident Holger Börner lies es sich nicht nehmen, unserer Gemeinde an diesem Tag seinen Besuch abzustatten.

Universalfeuerwehr

Einsätze erfordern mehr als nur Schläuche

Wenige Jahre nach dem 50jährigen Jubiläum musste das letzte technische Gerät aus den Gründertagen unserer Wehr ausgemustert werden. Die alte Holzleiter aus dem Jahre 1930 musste im Jahre 1983 außer Dienst gestellt werden. Den strengen Sicherheitsvorschriften konnte dieses Gerät nach über 50 Einsatzjahren nicht mehr gerecht werden. Als Ersatz hierfür wurde dann 1984 eine gebrauchte Anhängeleiter AL 17 (Magirus) angeschafft. Die Rauenthaler Feuerwehr beteiligte sich mit 1/3 an den Beschaffungskosten, der übrige Betrag wurde von der Stadt Eltville aufgebracht. Noch im gleichen Jahr galt es erneut Abschied zu nehmen. Das 1962 beschafft Tragkraftspritzenfahrzeug wurde wegen erheblicher Mängel nach einer TÜV-Untersuchung aus dem Verkehr gezogen. Als Übergangslösung wurde dann das bei der Freiw. Feuerwehr Erbach zwischenzeitlich Ersatz beschaffte LF 8 (Opel Blitz/ Ziegler) aus dem Jahre 1961 nach Rauenthal verlegt.

Doch auch bei diesem Wagen brachte nach einem Jahr die TÜV-Prüfung das Aus. Die Frage nach einem adäquaten Ersatzfahrzeug für das ausgediente TSF wurde von der Stadt Eltville einerseits und der Freiw. Feuerwehr Rauenthal andererseits sehr kontrovers diskutiert. Während sich die Eltviller Stadtväter auf den Standpunkt stellten, ein gleichartiges Fahrzeug zu beschaffen, forderte unsere Wehr mit Unterstützung des Brandschutzaufsichtsdienstes und den Vertretern des Regierungspräsidiums und des Hess. Innenministeriums für Rauenthal die Anschaffung eines Wasser führenden Fahrzeuges. Das Land Hessen stellte hierfür sogar einen Zuschuss in Aussicht. Letztlich konnten sich die Eltviller Gremien durchsetzen und kauften als Ersatz wiederum ein Tragkraftspritzenfahrzeug, nunmehr auf VW LT 31 Fahrgestell und mit Ziegler-Ausbau. Beladen war dieser 1985 gelieferte Wagen nur mit einem Atemschutzgerät und einer Hand voll Schläuchen. Die restlichen Geräte und das überwiegende Schlauchmaterial sowie die Tragkraftspritze mussten von dem alten TSF (Baujahr 1962!) übernommen werden.

Da sich die Rauenthaler Feuerwehr jedoch nach wie vor der Wichtigkeit eines Wasser führenden Fahrzeuges bewusst war, beschaffte sie ebenfalls 1985 ein gebrauchtes TLF 8 auf einem Mercedes-Benz Unimog 404 S Fahrgestell mit Magirus-Aufbau und einer Ziegler Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1.600 Liter/ min. Dieses Fahrzeug mit einem 800 Liter Löschwassertank hatte zuvor dem Katastrophenschutz gedient. In den Folgejahren wurde dann unter erheblicher Beteiligung der Vereinskasse und zahlreicher Spender die Atemschutzausrüstung vervollständigt. Gänzlich aus Vereinsmitteln beschaffte die Wehr dann nach und nach einen hydraulischen Rettungssatz, bestehen aus 2 Rettungscheren, 1 Rettungsspreitzer, 3 Rettungszylindern und einem sog. Pedalschneider nebst Hydraulikpumpe und sonstigem Zubehör. Die Notwendigkeit der Vorhaltung solcher Geräte zeigte sich bereits wenige Tage nach der Lieferung der ersten Schere an unsere Wehr: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der nahen Bundesstraße B 260 galt es einen schwer verletzten Kraftfahrer aus dem Wrack seines PKW zu befreien. So motiviert wurde zwischenzeitlich noch ein Satz Hebekissen und weiters Gerät zur technischen Unfallhilfe beschafft. Auch wenn die Einsätze mit diesen Geräten Gott sei Dank nicht an der Tagesordnung sind, kommt es doch immer wieder zu Notfällen, die Wichtigkeit dieser Geräte verdeutlicht.

Nachdem unsere Wehr auch immer öfter zu Ölunfällen gerufen wurde, entschied sich die Führung der Rauenthaler Feuerwehr auch für derartige Einsätze eine Grundausrüstung vorzuhalten. Wieder war es die Vereinskasse welche die Kosten zu übernehmen hatte. So wurden u.a. ein 5.000 Liter Ölauffangbehälter, eine Gefahrgutmembranpumpe mit Schlauchmaterial und Armaturen sowie leichte Schutzanzüge beschafft. Verlastet wurden diese Geräte sowie ein Greifzug TU 32 und ein Stromerzeuger sowie weitere Geräte auf einem hierfür angeschafften und von der Feuerwehr selbst ausgebauten Anhänger. Als Unterkunft für diesen Anhänger, welcher beim besten Willen nicht mehr in die alte Fahrzeughalle zu stellen war, erhielten wir eine größere Garage in einer Außenstelle des Bauhofs, ca. 100 Meter vom Gerätehaus entfernt. Hierhin wurde dann auch der Schlauchanhänger sowie ein der Wehr zwischenzeitlich gestifteter Traktor der Marke Eicher ausgelagert. Apropos Traktor: Von einem Winzer wurde uns ein Schmalspurschlepper überlassen. Mit diesem wendigen Fahrzeug sollte insbesondere die Anhängeleiter in den engen Gassen des alten Ortskernes bewegt werden. Ferner sollte mit diesem Gerät auch bei den doch rechtzahlreichen Unfällen von Winzern mit Ihren Traktoren in den engen Weinbergszeilen Hilfe geleistet werden. Kein Rüstwagen und kein schwerer Ackerschlepper kann hierhin vordringen, und gerade in den Steillagen der Rauenthaler Weinberge kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. So hat dieses recht ungewöhnlich Fahrzeug doch eine sinnvolle Aufgabe im Gesamtkonzept der Rauenthaler Feuerwehr.

Nachdem der Unimog im Jahre 1991 mit einem Getriebeschaden ausfiel, entschloss sich unsere Wehr als Ersatz hierfür ein gebrauchtes TLF 16/25 (MAN/ Ziegler) anzuschaffen. Durch den größeren Löschmittelvorrat dieses Wagens wurde die Schlagkraft unserer Feuerwehr nochmals deutlich erhöht. Die AL 17 wurde wenige Jahre später durch eine beim Stützpunkt Eltville ausrangiert Anhängeleiter AL 18 (Metz) ersetzt. Da dieses Gerät aufgrund eines schweren Unfalles bei den Vorbesitzern nicht das nötige Vertrauen in unserer Wehr fand und diese Metz-Leiter auch deutlich schwerer und unhandlicher als unser alte Magiurs-AL war, wurde nach einem vernünftigen Ersatz Ausschau gehalten. Nach rund einem Jahr konnte dann eine moderne AL 16/4 erworben werden. Diese Gerät der Firmen Metz/Glatz ist handlicher als die alte Metz-Leiter und darf darüber hinaus auch mit 80 statt 25 km/h bewegt werden.

Zur Unterbringung von Ausbildungsmaterial und der Kleiderkammer wurde uns zwischenzeitlich von der Stadt Eltville ein Raum im ehemaligen Rauenthaler Rathaus überlassen. Somit konnte die permanente Raumnot der Rauenthaler Feuerwehr zumindest in diesem Punkt etwas gelindert werden. Als 1999 bei dem zu diesem Zeitpunkt bereits 33 Jahre alten TLF 16/25 die Kupplung ihren Dienst versagte, war die Instandsetzung dieses Wagens wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Als Ersatz wurde ein gebrauchtes Fahrzeug gleichen Typs auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell LAF 1113 B mit Schlingmann Aufbau und Rosenbauer-Heckpumpe beschafft. Die Kosten hierfür wurden wiederum voll aus der Vereinskasse getragen. Ebenfalls 1999 wurde die Ausrüstung aller Feuerwehrmänner mit Feuerschutzanzügen abgeschlossen. Somit ist auch für unsere eigenen Kräfte der größtmögliche Schutz im Brandfalle gewährleistet.

Unsere Feuerwehr erhielt zum unechten (70.) Jubiläum, welches im Rahmen des alljährlichen Tages der offenen Tür gefeiert wurde, im Jahr 2000 von der Fa. EFEN ein Hochleistungslüfter mit Wasservorsatz. Der alljährliche Tag der offenen Tür, an welchem sich unsere Wehr der Rauenthaler Bevölkerung präsentiert, stand 2001 unter keinem guten Stern. Bei einer Schauübung löste sich die Handbremse unseres TSF und der Wagen rollte führerlos bergab. Trotz des mutigen Versuchs eines Kameraden, in den Wagen zu springen und diesen wieder unter Kontrolle zu bringen, prallte der Wagen mit voller Wucht vor den entgeisterten Blicken der Wehrleute und der Rauenthaler Bevölkerung gegen eine Mauer. Der Gesamtschaden an dem Fahrzeug war so groß, dass eine Reparatur absolut unwirtschaftlich war. Nach diesem Desaster war uns allen natürlich nicht nach Feiern zumute. Aber ganz Rauenthal stand hinter seiner Feuerwehr. Eine spontan durchgeführte Spendenaktion der Rauenthaler Bevölkerung und Unternehmen erbrachte die Rekordsumme von über 30.000,-- DM zur Finanzierung eines Ersatzfahrzeuges. Durch diese Solidarität, aber auch durch einen tiefen Griff der Eltviller Stadtväter in die Stadtkasse und eines 5-stelligen Zuschusses aus der Vereinskasse, konnte noch im gleichen Jahr ein neuwertiges TSF (VW LT/Ziegler) erworben werden. Für diese große und unkomplizierte Hilfe möchten wir uns bei allen Freunden und Gönnern sowie bei den städtischen Gremien sehr herzlich bedanken.

Das 1976 beschaffte Löschgruppenfahrzeug LF8 wurde im Jahre 2002 durch ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF8/6 (MAN/Ziegler) ersetzt. Dieses Fahrzeug verfügt neben einer umfangreichen Ausrüstung zur Brandbekämpfung auch über zahlreiche Geräte zur technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen. Das alte LF8 konnte dank einer Spende der Stadt Eltville einer befreundeten Feuerwehr in Bosnien zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der zahlreichen Mängel und des hohen Alters konnte der Wagen die 1.500 km lange Überführung nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen und wurde mit einem Lkw der Malteser an seinen neuen Bestimmungsort gebracht. Nach einer grundlegenden Überholung verrichtet er dort trotz zahlreicher nicht zu behebender Mängel und Unzulänglichkeiten noch heute den Dienst gegen den Roten Hahn.